Besonders von eher konservativen Organisationen wird oft kritisiert, dass viele Frauen immer mehr auf ihre Karriere fixiert sind und dadurch keine Kinder mehr bekommen wollen. Steht also die moderne “Karrierefrau” wirklich im Zusammenhang mit dem sogenannten Geburtenrückgang?
Die Karrierefrau
Um eine Aussage darüber treffen zu können, ob die Karrierefrau tatsächlich im Zusammenhang mit dem Geburtenrückgang steht, sollte zunächst der Begriff “Karrierefrau” definiert werden. Als Karrierefrau werden Frauen bezeichnet, die großen Wert auf ihren beruflichen Erfolg legen und ähnliche Ambitionen wie Männer in ähnlichen Positionen haben. Karrierefrauen gelten als sehr ehrgeizig und zielstrebig und stehen oft in direktem Kontrast zum Frauenbild um 1950, wo Frauen in den meisten Fällen Zuhause blieben und sich um die Familie kümmerten. Karrierefrauen werden von vielen als eine gute Entwicklung gesehen und sogar den Hausfrauen als gutes Beispiel vor Augen gehalten. Konservativere Gruppen sind nach wie vor der Meinung, Frauen sollten nicht in Führungspositionen arbeiten.
Karrierefrauen und der Geburtenrückgang
Das Phänomen der Karrierefrauen wurde bereits häufig mit dem Geburtenrückgang der letzten Jahre in Zusammenhang gebracht. Es wird befürchtet, dass in wenigen Jahren Schulen geschlossen werden müssen und letztendlich auch aufgrund zu vieler Senioren und zu wenigen Geburten die Rentenversicherung umgestellt werden muss. Da besonders die Karrierefrau sich durch ihre Lebensführung stark vom ehemaligen Idealbild einer Frau abhebt, wird sie vor allem von konservativen Gruppen als Verantwortliche für die Änderungen gesehen. Doch diese Aussage ist nur bedingt korrekt. Viele Frauen, die großen Wert auf ihre Karriere legen, wünschen sich trotzdem ein Kind und finden Möglichkeiten, diesen Wunsch zu verwirklichen. Durch Einrichtungen wie Kindertagesstätten, privat angestellte Tagesmütter und ähnliche Betreuungsmöglichkeiten können Mütter schon kurz nach der Geburt ihres Kindes wieder arbeiten gehen. Doch leider wird diese Einstellung häufig kritisiert: Eine Mutter soll ihr Kind selbst erziehen, anstatt es in fremde Hände zu geben, sie soll die Zeit für die Betreuung aufwenden und dafür ihre Karriere aufgeben. Dies könnte ein Grund dafür sein, dass Karrierefrauen tatsächlich weniger Kinder bekommen, als sogenannte Hausfrauen. Ein weiterer Grund für den eventuellen Zusammenhang zwischen dem Phänomen der Karrierefrau und dem Geburtenrückgang könnte tatsächlich die Einstellung vieler dieser Frauen sein. Auch wenn Betreuungseinrichtungen in Anspruch genommen werden, so kann im Rahmen einer Geburt trotzdem nicht dauerhaft gearbeitet werden. Viele Frauen haben daher Angst, sich Möglichkeiten zu verbauen. Auch wenn die Diskriminierung von Frauen aufgrund der Tatsache, dass sie ein Kind bekommen, mittlerweile verboten ist, so finden doch viele Unternehmen Gründe, eine schwangere Frau oder eine Frau mit Kind nicht zu befördern.
Gibt es einen direkten Zusammenhang?
Insgesamt kann angenommen werden, dass Karrierefrauen nur bedingt im direkten Zusammenhang mit dem Geburtenrückgang stehen. Vielmehr ist der gesellschaftliche Druck, sich zwischen Karriere und Familie entscheiden zu müssen, verantwortlich für die Entscheidung gegen ein Kind, die viele Frauen treffen. Obwohl eine Frau, die nicht auf ihre Karriere fixiert ist, natürlich eine solche Entscheidung nicht treffen muss und daher unter Umständen eher ein Kind bekommt, können Karrierefrauen trotzdem nicht für den Geburtenrückgang verantwortlich gemacht werden.
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