Geringe Löhne sind in Führungspositionen kaum vertreten – was in Deutschland noch immer kritisiert wird, ist in der gesamten EU ein Problem. Laut einiger Experten sorgen fehlende gesetzliche Regelungen dafür, dass die Frau in vielen Gesellschaften nach wie vor diskriminiert wird und mit Nachteilen zu kämpfen hat.
Selbstverpflichtung der Industrie soll Misere lösen
Die Europäische Kommission erhofft sich langfristig einen Frauenanteil von mindestens 40% in Chefetagen führender Unternehmen. Derzeit erscheint sogar die Hälfte von diesem Wert noch utopisch. Erreicht werden soll dies sogar mit einer verbindlichen Quote, wenn die derzeitige Selbstverpflichtung der Unternehmen nicht eingehalten wird. Auch beim Lohn gibt es innerhalb Europas Unterschiede: Durchschnittlich etwa 20% weniger verdient eine Frau innerhalb der Europäischen Union im Vergleich zu einem Mann. Die Ursache ist häufig eine Unterbrechung der Karriere nach einer Schwangerschaft, bei der das alte Gehalt selten wieder erreicht wird.
Frauenrechte in Indien sind stark eingeschränkt
Auch die aufstrebenden Wirtschaftsnationen haben mit der Gleichberechtigung noch Schwierigkeiten: In China, wo Frauen einen Anteil von 60% an der Bevölkerung haben, bekommt das schwache Geschlecht häufig deutlich weniger Geld als ein Mann in vergleichbarer Position. Immerhin ist die Gleichstellung von Mann und Frau im Grundgesetz verankert. Erheblich schlechter sieht es noch in Indien aus: Weil aus Tradition bei der Heirat eine Mitgift von der Familie der Frau gezahlt werden muss, werden viele Frauen sogar abgetrieben. Die finanzielle Belastung für die Familie erscheint zu groß. Zwar haben Frauen auch in Indien Rechte, zwischen dem Papier und der Anwendung gibt es aber eine große Indiskrepanz. So kommt es beispielsweise immer noch selten dazu, dass Vergewaltigungen geahndet werden.
Ist die Gleichberechtigung in afrikanischen Ländern fortgeschritten?
Damit es am guten Willen nicht mangelt, zeigen auch afrikanische Länder wie Burkina Faso: Jegliche Benachteiligung durch das Geschlecht ist per Gesetz verboten. Doch die gesellschaftliche Realität sieht anders aus. Weil der Mann häufig die traditionelle Rolle des Ernährers der Familie einnimmt, ist die Frau von ihm abhängig. Kommt es wie in vielen Fällen zu häuslicher Gewalt, kann sich die Frau nur selten wehren. Die häufig anzutreffende Korruption sorgt darüber hinaus dafür, dass es bei den wenigen Anzeigen nur sehr selten auch zu einer Verurteilung kommt. Weil Mädchen auch seltener zur Schule geschickt werden als Jungen, wird sich an dieser Abhängigkeit wohl auch zukünftig wenig ändern. Doch auf demselben Kontinent gibt es auch Hoffnung: Marokko ist islamisch geprägt, man könnte eine Unterdrückung der Frau durchaus vermuten. Doch tatsächlich ist die Gesellschaft im Land in den letzten Jahren in Bewegung gekommen. An den Universitäten des Landes studieren mehrheitlich Frauen, auch Unternehmen werden in dem Nordafrikanischen Staat immer häufiger von Frauen begründetet. Demgegenüber steht allerdings eine Bewegung von Traditionalisten, die diese neue Entwicklung durchaus skeptisch betrachtet. So bleibt am Ende die Feststellung, dass es auf dem Weg zur Gleichberechtigung noch viel zu tun gibt. Nicht nur in Europa ist die Frau durch geringe Löhne und schlechtere Aufstiegschancen benachteiligt, weltweit sorgen althergebrachte Traditionen und religiöse Bräuche für eine ungleiche Behandlung der beiden Geschlechter. Doch es gibt auch Hoffnung, mit steigendem Wohlstand steigt auch das Selbstbewusstsein der Frau.
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